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Die Gedenktafel

Du wolltest, jung und hohen Sinns,
Paläste baun und Tempel,
Und sehntest dich, ein Haus zu sehn
Mit deines Geistes Stempel.
Was dir der Gott an Schönheit gab,
Das liegt nun all im dunklen Grab.
Der Tod, der Neidgeselle,
Nahm dir zu früh die Kelle,
Das Richtmaß und den Zirkel ab.
Der Tod in Wien im dunklen Grab, der Nebel staut sich, die Hütten dunkel, am Giebel huschen Lichter hin, noch bleicher scheint die Nacht, jagende Wagenkette, schwenkend, strafft sich, die Maschine heult Warnungen, und vorbei fliegt ein entlaubter Kirchhof wie auf Wolken 03169
Ich aber lebe noch im Licht
Und bau auf meine Weise,
Und bau an einem Tempel fromm,
Darin ich bet und preise.
Aus Liedern soll ein Haus erstehn,
Draus meine Augen fröhlich sehn,
Darin vor allen Wänden
In stillen Opferbränden
Der Schönheit ewige Flammen wehn.
Wien, der fahle Streifen eilt am Horizont und wieder kreisen Todesvögel um mein klirrendes Fenster die öden Wiesen, huschende Büsche, kriechend zu Wäldern hin, mich fröstelt drei Monate dann war die Mondnacht anders hier 03167
Und eine Tafel bring ich an,
Davor zwei Kerzen ragen,
Die soll auf ihrem hellen Grund
Nur deinen Namen tragen,
Und soll mich mahnen früh und spät,
Je herrlicher mein Haus gerät,
Wie oft ein hohes Streben
Sich bitterlich muß geben
Und all in einer Nacht vergeht.

Quelle:
Ausgewählte Gedichte
von Gustav Falke
Hamburg 1908
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Wien-03168

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